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Oft gestellte Fragen

Zwar sind viele Fragen nur individuell zu beantworten, jedoch tritt so manches Problem zuweilen häufiger auf ...

Wie häufig muss ich mein Klavier stimmen lassen?

In der Regel ist das Stimmen mindestens einmal im Jahr erforderlich, denn der Kammerton a 1 soll mit 440 Hertz schwingen. Nicht regelmässig gestimmte Klaviere lassen in der Spannung nach. Die Grundstimmung fällt. In sich "stimmt" das Piano vielleicht noch. Dennoch steht es nach Kammerton zu tief

Klaviere und Flügel bestehen zum großen Teil aus Holz. Dieses Material reagiert auf die Veränderung der Luftfeuchtigkeit mit Schwinden und Quellen. Dadurch entsteht eine Verstimmung im Instrument, je größer die Schwankungen, um so stärker ist die Verstimmung. Somit ist ein zweimaliges Stimmen, jeweils nach Beginn der Heizperiode und nach Beendigung derer, für ambitionierte Spieler zu empfehlen. Professionelle Pianisten benötigen dazu noch zusätzliche Stimmungen.

Das einmalige Stimmen ist auf jeden Fall auch für unbespielte Instrumente wichtig um ein absinken der Tonhöhe zu verhindern.

Was ist der Kammerton?

Der Begriff "Kammerton" bezeichnet die Note a1 oberhalb des mittleren c´s, die genau mit 440 Schwingungen pro Sekunde schwingen soll. Heute können auch 442 bis zu 445 als Kammerton gewünscht sein. Vorausgesetzt dass das Piano in sich stimmt, steht es dann auf Kammerton. Oft ist der Kammerton bei Instrumenten durch längeres Nichtstimmen "abgerutscht", d.h. die enorme Spannung der Saiten lässt allmählich nach. Diese Instrumente sollten unbedingt hoch gestimmt werden, um zu gewährleisten, dass jeder Ton auf seiner eigenen, festgelegten Tonhöhe schwingt. Nur das gewährleistet, dass Sie mit einem anderen Instrument oder einer Aufnahme wohlklingend mitspielen können.

Sehr alte Instrumente können manchmal auf Grund ihrer Konstruktion und ihres Zustands diese Anforderung nicht erfüllen. Solche Instrumente können in seltenen Fällen einen Halbton tiefer gestimmt werden, so dass der Kammerton a1 nicht mehr auf 440 Hz schwingt, sondern auf der Frequenz des Tons as1(also einen Halbton tiefer) mit 415 Hz schwingt. Das bedeutet, dass wenn Sie die Taste c spielen, der Ton h erklingt. Wenn Sie ein f spielen, erklingt der Ton e und so weiter. So ist Ihr Instrument zum Begleiten anderer Instrumente nicht zu benutzen, es sei denn, Sie spielen alles einen Halbton höher. Die Fähigkeit dies unmittelbar zu tun besitzen nur wenige, sehr erfahrene Musiker.

Gibt es andere Arbeiten die regelmäßig ausgeführt werden müssen?

Wie bei allen mechanischen Geräten gibt es auch in Klavieren und Flügeln eine Vielzahl bewegter und hochbelasteter Mechanikteile. Diese müssen, je nach Beanspruchung, in ca. 2 - 5 Jahreszyklen überprüft, nachjustiert und ggf. überarbeitet werden. Dabei ist in der Hauptsache der Hammerkopf zu nennen. Dessen Filzbespannung verschleißt unter der Belastung von unzähligen Anschlägen gegen die Stahlsaiten. Die Spitze des Kopfes geht verloren, es entstehen Rillen und der Filz wird stark verdichtet und verhärtet. Dies verändert den Klang zu einem klingelnden, glasartigen Ton und die Spielart des Instruments wird hart und ungelenk. Ein Abziehen (Abschleifen) und in Form bringen des Filzes, sowie ein Auflockern (Intonieren) desselben durch gezielte Nadelstiche sind dann dringend erforderlich. Häufig ist dann auch eine Überprüfung und Erneuerung der Achslager unumgänglich.

Was bedeuten die Begriffe "geradsaitig" oder "kreuzsaitig"?

Diese beiden Begriffe bezeichnen wesentliche Konstruktionsmerkmale Ihres Klaviers oder Flügels. Alle modernen Pianos und Flügel sind kreuzsaitig bespannt. Das heißt, die Bass-Saiten, die umsponnenen, dicken Saiten, verlaufen beim Piano von der linken oberen Ecke diagonal nach rechts unten, oberhalb der "Blanksaiten". Diese sind nicht umsponnen und nur aus Stahldraht und verlaufen von der oberen rechten Ecke nach links unten.

Beim Flügel verhält es sich ähnlich. Nur verlaufen alle Saiten horizontal. Die Bass-Saiten verlaufen von der vorderen linken Ecke oberhalb der Blanksaiten nach rechts hinten. Entsprechend laufen die Blanksaiten in der Mittellage unterhalb der Bass-Saiten von der rechten vorderen Ecke nach links hinten.

Solche Instrumente, Flügel und Pianos, wurden schon seit Ende des vorletzten Jahrhunderts gebaut. Sie bezeichnet man als moderne Instrumente.

Ältere Instrumente, Pianos und Flügel, sind geradsaitig bespannt. Bei diesen Instrumenten laufen alle Saiten parallel auf einer Ebene. Oft sind solche auch noch durch andere Konstruktionsmerkmale von den heutigen Instrumenten verschieden. Sie sind häufig durch Alter und Gebrauch bedingte Abnutzungserscheinungen und durch klimatische Einflüsse (Rost, Verschmutzungen und Parasitenbefall) sehr stark in Mitleidenschaft gezogen. Dennoch kann in besonderen Fällen ein hervorragendes Instrument vor Ihnen stehen. Dies zu beurteilen, bedarf es einer Begutachtung durch einen Fachmann.

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